Ab welchem Alter darf man Sex haben?
Das wichtigste in Kürze
- Ab 14 Jahren ist es erlaubt, Sex zu haben.
- Es wird nur der Sexualpartner bestraft. Wenn eine 13-Jährige mit einem 15-jährigen Sex hat, macht sich nur der 15-Jährige strafbar. Für die 13-Jährige ist der Geschlechtsverkehr straflos.
- Wer mit einer Person zwischen 14 und 18 Sex hat, macht sich grundsätzlich nicht strafbar. Es sei denn, es wird eine Zwangslage ausgenutzt, der Sex erfolgt gegen Bezahlung oder es wird ein Aufsichtsverhältnis ausgenutzt.
Ab welchem Alter darf man Sex haben?
In Deutschland ist es ab 14 Jahren erlaubt, Sex zu haben. Für die minderjährige Persone selbst ist es allerdings nicht strafbar, Sex zu haben. Das Verbot richtet sich ausschließlich an den Sexualpartner. Es ist also nicht strafbar, als 13-Jährige Sex zu haben, sondern es ist nur strafbar, mit einer 13-Jährigen Sex zu haben. Dazu kommt, dass das Alter für die Strafmündigkeit in Deutschland bei 14 Jahren liegt. Wenn also zwei 13-Jährige miteinander Sex haben, macht sich keine Person strafbar. In der Altersspanne zwischen 14 und 16 Jahren bestehen abgestufte Regelungen, wann Sex zulässig ist.
- Unter 18 Jahren: Sexuelle Handlungen mit unter 18-Jährigen sind in drei Fällen strafbar:
- Zwangslage: Wenn eine Zwangslage ausgenutzt wird (z. B. wenn ein Jugendlicher seine Eltern verloren hat und dringend eine Unterkunft benötigt).
- Prostitution: Zudem sind auch sexuelle Handlungen mit unter 18-Jährigen strafbar, wenn die sexuellen Handlungen gegen Entgelt erfolgen. Es ist keine Bezahlung in Geld notwendig, die Bezahlung kann auch durch andere Vermögensvorteile (z.B. Handtaschen, Konzerttickets, eine Urlaubsreise, ein Essen usw.) erfolgen. Es liegt keine Prostitution vor, wenn es zu den sexuellen Handlungen kommt, ohne dass der Vermögensvorteil eine Rolle spielt (es wird z.B. ein Geburtstagsgeschenk gemacht und später kommt es zu sexuellen Handlungen).
- Vertrauensverhältnis: Wenn die sexuellen Handlungen innerhalb eines Vertrauensverhältnisses stattfinden, sind sie ebenfalls mit einer unter 18-Jährigen Person strafbar. Wenn der Erwachsene beispielsweise für die Aufsicht oder den Schutz der unter 18-Jährigen verantwortlich ist. Erfasst werden dabei etwa Ausbildungsverhältnisse (z.B. Lehrer, Ausbilder usw.), Stiefeltern, Vorgesetzte bei der Arbeit, Ärzte und Pfleger im Krankenhaus usw.
- Unter 16 Jahren: Neben den genannten Strafvorschriften ist es für über 21-Jährige zusätzlich strafbar, sexuelle Handlungen mit Personen unter 16 Jahren vorzunehmen, wenn die fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung ausgenutzt wird. Das bedeutet konkret, dass bei über 16-Jährigen davon ausgegangen wird, dass diese die Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung grundsätzlich aufweisen.
Hinweis: Nach § 176 StGB ist jede sexuelle Handlung mit einem Kind strafbar. Also selbst sexuelle Handlungen zwischen einem 14-Jährigen und einer 13-Jährigen sind grundsätzlich strafbar. In solchen Fällen kann das Gericht allerdings von der Strafe absehen, was grundsätzlich auch passiert.
Welche Folgen hat ein Verstoß gegen die Altersgrenzen?
Bei einer Verurteilung wegen sexueller Handlungen mit Jugendlichen oder Kindern droht eine Geldstrafe oder eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren. Die genaue Strafe hängt von den Umständen des Einzelfalls ab, beispielsweise werden sexuelle Handlungen mit Kindern deutlich härter bestraft als sexuelle Handlungen mit Jugendlichen. Im Rahmen der Strafzumessung wird auch berücksichtigt, wie schwer die Folgen der Tat sind, ob einschlägige Vorstrafen bestehen usw.
- Bewährungsstrafe: Gefängnisstrafen unter 2 Jahren werden meistens zur Bewährung ausgesetzt. Das bedeutet konkret, dass Verurteilte nicht in das Gefängnis gehen müssen. Zu einem Aufenthalt im Gefängnis kommt es nur, wenn gegen die Bewährungsauflagen verstoßen wird (z.B. erneut eine Straftat begehen). Bei sexuellen Handlungen mit Jugendlichen bestehen gute Chancen, dass es zu einer Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe kommt.
- Geldstrafe: Wenn Sie zu einer Geldstrafe verurteilt werden, liegt die Geldstrafe in den meisten Fällen im oberen vierstelligen Bereich (also mehrere tausend Euro). Die Höhe der Geldstrafe wird durch die Schwere der Schuld und das Einkommen des Täters bestimmt.
- Beruf: Neben der unmittelbaren Strafe durch das Gericht hat eine Verurteilung auch weitere Konsequenzen. Bei einer Verurteilung zu mehr als einem Jahr Haft verlieren Beamte ihren Beamtenstatus. Bei zulassungsbedürftigen Berufen (z.B. Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern usw.) besteht die Möglichkeit, dass die Berufszulassung entzogen wird. Dazu wird die Verurteilung auch im Führungszeugnis eingetragen, sodass zukünftige Arbeitgeber von der Verurteilung erfahren werden.

