Strafrecht
Klaps auf den Po strafbar Frau

Wann ist ein Klaps auf den Po bei einer Frau strafbar?

Profilbild von Tobias Escherich, Volljurist und Autor bei STARK STRAFRECHT
Tobias Escherich
Volljurist
Stand: 
7.4.2026

Das wichtigste in Kürze

  • Abhängig von der Intensität des Schlages, kann ein „Klaps“ auf den Po strafbar sein.
  • Als Straftaten für den Schlag kommen insbesondere die Körperverletzung sowie der sexuelle Missbrauch in Betracht.
  • Bei ganz leichten Schlägen liegt möglicherweise keine Straftat vor, im Übrigen sind Schläge auch in einer Beziehung strafbar.

Ist ein Klaps auf den Po strafbar?

Abhängig von der Intensität des Schlages, kann ein „Klaps“ auf den Po strafbar sein. Als Straftaten kommen dabei insbesondere die Körperverletzung und die sexuelle Belästigung in Betracht. 

  • Körperverletzung: Voraussetzung für die Körperverletzung ist, dass ein erheblicher Schlag vorliegt. Das bedeutet konkret, dass ein leichter „Klaps“ keine Körperverletzung darstellt, ein schwerwiegender Schlag hingegen schon. Kinder haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Entsprechend kann ein Schlag nicht mit dem Erziehungsrecht von Erwachsenen gerechtfertigt werden. Entscheidend für die Strafbarkeit ist, dass eine erhebliche Beeinträchtigung des körperlichen Wohlbefindens vorliegt.
  • Sexueller Missbrauch: Sofern der Schlag zur sexuellen Befriedigung erfolgt, kommt der sexuelle Missbrauch in Betracht. Voraussetzung ist dafür allerdings, dass es sich bei dem Schlag um eine sexuelle Handlung handelt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Schlag Bestandteil von weiteren sexuellen Handlungen ist.
  • Sexuelle Belästigung: Liegt hingegen „nur“ eine einmalige Berührung vor, kommt insbesondere auch die sexuelle Belästigung in Betracht. Bei der sexuellen Belästigung ist eine sexuell motivierte Berührung erforderlich, die dazu führt, dass sich das Opfer unwohl fühlt. 

Droht bei einem Klaps auf den Po einer Frau eine Verurteilung?

Es ist eher unwahrscheinlich, dass es bei einem Schlag auf den Po einer Frau zu einer Verurteilung kommt. In den meisten Fällen werden die Ermittlungsverfahren entweder eingestellt oder es wird nur ein Strafbefehl erlassen. Ein Strafbefehl ist sehr ähnlich zu einem Urteil, allerdings enthält ein Strafbefehl nur milde Strafen (i.d.R. eine Geldstrafe).

  • Einstellung: Bei Ermittlungen wegen der sexuellen Belästigung oder der einfachen Körperverletzung kommt es sehr häufig zu Verfahrenseinstellungen. Das Ermittlungsverfahren wird entweder eingestellt, wenn die Straftat nicht nachgewiesen werden kann, oder wenn es sich um eine geringfügige Begehung handelt. Da die meisten Staatsanwaltschaften überlastet sind, werden geringfügige Delikte häufig und schnell eingestellt. Bei der sexuellen Belästigung bzw. der Körperverletzung handelt es sich verglichen zu anderen Delikten (z.B. Mord, Raub usw.) um eher milde Delikte. Teilweise werden die Ermittlungen nur gegen Auflage eingestellt, in einem solchen Fall muss eine Auflage (idR eine Geldzahlung) erfüllt werden, damit die Ermittlungen eingestellt werden.
  • Strafbefehl: Ein Strafbefehl stellt eine Verurteilung ohne Gerichtsprozess dar. Ein Strafbefehl soll die Gerichte entlasten und ermöglicht den Gerichten somit, bei geringfügigen Straftaten Beschuldigte ohne Prozess zu verurteilen. Für Beschuldigte hat der Strafbefehl den Vorteil, dass nur geringfügige Strafen zulässig sind. Entsprechend erhalten Beschuldigte bei einem Strafbefehl in der Regel „nur“ eine Geldstrafe.

In den meisten Fällen kommt es allerdings zu einer Einstellung der Ermittlungen. Die Einstellung der Ermittlungen ist aus einer Vielzahl von Gründen attraktiv. Die Einstellung der Ermittlungen bedeutet, dass es zu keinem (teuren) Gerichtsverfahren kommt. Selbst wenn Sie in einem Gerichtsverfahren freigesprochen werden, fallen hohe Kosten für die Verteidigung, Gutachter usw. an. Dazu ziehen sich Gerichtsverfahren in der Regel über mehrere Monate und bedeuten eine sehr hohe Stressbelastung. Zudem sind Gerichtsverfahren öffentlich, sodass die Chance besteht, dass Ihr Umfeld von den Vorwürfen Kenntnis erlangt.

Welche Konsequenzen drohen bei der Verurteilung?

Bei einer Verurteilung wegen sexueller Belästigung oder Körperverletzung droht eine Geldstrafe oder eine Gefängnisstrafe von bis zu 5 Jahren. Zu der Höchststrafe von 5 Jahren kommt es allerdings nur in besonders schwerwiegenden Fällen (z.B. mehrere einschlägige Vorstrafen, erhebliche Verletzungen beim Opfer, keine Reue usw.). Bei Ersttätern liegt die Strafe in der Regel am unteren Ende des Strafrahmens, sodass es in den meisten Fällen „nur“ zu einer Geldstrafe kommt. Die Höhe der Geldstrafe orientiert sich dabei an Ihrem Nettogehalt und der Schwere der Schuld. In den meisten Fällen beträgt die Geldstrafe mehrere tausend Euro.

Wenn eine Geldstrafe zu milde ist, kommt es zu einer Bewährungsstrafe. Bei einer Bewährungsstrafe werden Sie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, allerdings wird die Gefängnisstrafe nicht vollstreckt. Sie müssen nur in das Gefängnis, wenn Sie gegen die Bewährungsauflagen verstoßen (z.B. erneut eine Straftat begehen). 

Was passiert bei einem Klaps am Arbeitsplatz?

Wer eine Frau am Arbeitsplatz auf den Po schlägt, muss mit einer Kündigung rechnen. Dafür muss auch nicht das Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abgewartet werden. Eine Kündigung ist unter Umständen sogar möglich, wenn nur der Verdacht der sexuellen Belästigung im Raum steht. Schon der Vorwurf der sexuellen Belästigung kann eine Kündigung rechtfertigen (sog. Verdachtskündigung), wenn die folgenden Voraussetzungen vorliegen: 

  • Verdacht: Eine Verdachtskündigung kommt also nur so lange in Betracht, wie der Sachverhalt nicht vollständig aufgeklärt wurde.
  • Erwiesene Umstände: Der Verdacht muss sich aus erwiesenen Umständen ergeben.
  • Überwiegende Wahrscheinlichkeit: Es muss eine überwiegende Wahrscheinlichkeit dafürsprechen, dass der Arbeitnehmer die Tat bzw. die Pflichtverletzung begangen hat.
  • Schwerwiegend: Alleine der Verdacht muss so schwerwiegend sein, dass das Vertrauen, welches erforderlich ist, um das Arbeitsverhältnis fortzuführen, zerstört wird. Der Vertrauensverlust kommt nur in Betracht, wenn eine sehr schwerwiegende Pflichtverletzung oder Straftat vorliegt. Es ist erforderlich, dass die Straftat oder Pflichtverletzung einen engen Bezug zu der Arbeit hat
    (z.B. ein Kassierer, der aus der Kasse Geld geklaut hat).
  • Aufklärung: Der Arbeitgeber muss alles Zumutbare unternommen haben, um den Sachverhalt aufzuklären. Dazu gehört es insbesondere, dass der Arbeitnehmer vor der Kündigung die Möglichkeit hatte, zu dem Verdacht Stellung zu nehmen.

Wenn Ihnen eine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vorgeworfen wird, ist es deshalb sehr wichtig, sowohl die strafrechtliche Verteidigung als auch den Schutz des Arbeitsplatzes im Blick zu haben.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Klaps auf den Po strafbar?
Ein Schlag auf den Po ist strafbar, wenn er besonders kräftig erfolgt, sodass eine Körperverletzung vorliegt, oder in einer sexuellen Weise erfolgt, sodass eine sexuelle Belästigung vorliegt.
Sind Schläge in einer Beziehung erlaubt?
Schläge sind auch in einer Beziehung strafbar. Gewalt ist in Deutschland insgesamt nicht erlaubt, entsprechend also auch nicht gegenüber der Partnerin.
Was passiert, wenn Männer ihre Partnerin schlagen?
Wenn Männer ihre Partnerin schlagen, drohen Ermittlungen durch die Polizei und Staatsanwaltschaft. Schlimmstenfalls droht eine Verurteilung wegen Körperverletzung.
Stellt ein Schlag auf den Po eine sexuelle Belästigung dar?
Ein Schlag auf den Po stellt eine sexuelle Belästigung dar, wenn bei dem Schlag nicht die Gewalt, sondern die Berührung des Intimbereichs im Vordergrund steht.
Stellt ein Schlag auf den Po einen sexuellen Übergriff dar?
Ein Schlag auf den Po stellt einen sexuellen Übergriff dar, wenn bei dem Schlag nicht die Gewalt, sondern das intensive Berühren des Intimbereichs im Vordergrund stehen.