Die Definition von sexueller Nötigung
Das wichtigste in Kürze
- Eine sexuelle Nötigung liegt vor, wenn ein sexueller Übergriff unter Einsatz von Gewalt, einer Drohung oder Ausnutzung einer schutzlosen Lage erfolgt.
- Ein sexueller Übergriff setzt voraus, dass eine sexuelle Handlung gegen den Willen der betroffenen Person stattfindet.
- Die Strafe für die sexuelle Nötigung beträgt zwischen einem und 15 Jahren Haft.
Wie ist die Definition von sexueller Nötigung?
Eine sexuelle Nötigung liegt vor, wenn ein sexueller Übergriff unter Einsatz von Gewalt, einer Drohung oder Ausnutzung einer schutzlosen Lage erfolgt. Ein sexueller Übergriff liegt vor, wenn die drei folgenden Voraussetzungen vorliegen:
- Sexuelle Handlung
- Entgegenstehender Wille, der zum Ausdruck gebracht wurde
- Vorsatz
Bei der sexuellen Nötigung handelt es sich um eine besonders schwere Form (sog. Qualifikation) des sexuellen Übergriffs.
Welche Formen der sexuellen Nötigung gibt es?
Zentrales Element der sexuellen Nötigung sind die drei Tatvarianten (Gewalt / Drohung / Schutzlose Lage). Hintergrund ist, dass diese Tatvarianten zu einer erheblichen Steigerung der Strafe führen. Entsprechend ist es von hoher Bedeutung, ob die Voraussetzungen vorliegen:
- Gewalt: Gewalt liegt vor, wenn vor oder bei der sexuellen Handlung erhebliche Kraft eingesetzt wurde. Es reicht also nicht aus, dass überhaupt Kraft eingesetzt wurde. Vielmehr muss die Kraft so erheblich gewesen sein, dass sie für das Opfer einen Zwang dargestellt hat. Beispiele sind etwa, den Mund zuhalten, die Arme festhalten oder die Beine auseinanderdrücken.
- Drohung: Es muss eine Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben vorliegen. Entsprechend ist nicht jede Drohung ausreichend. Es ist vielmehr erforderlich, dass mit einer schwerwiegenden Handlung gedroht wird.
- Ausnutzen einer schutzlosen Lage: Eine schutzlose Lage wird ausgenutzt, wenn zum einen eine Situation vorliegt, in der das Opfer keine Schutz- oder Verteidigungsmöglichkeiten hat. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Täter körperlich überlegen ist und das Opfer nicht mit fremder Hilfe rechnen kann. Dazu muss der Täter die schutzlose Lage erkennen und bewusst für sich nutzen. Ein Beispiel ist, wenn der Täter körperlich überlegen ist und bewusst mit der Frau in einen abgelegenen Wald geht.
Welche Folgen hat eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung?
Eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung hat schwerwiegende Konsequenzen. Zum einen droht eine Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe zwischen einem und 15 Jahren. Sofern die Strafe unter 2 Jahren liegt, bestehen gute Chancen, dass die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Sofern also keine besonders milde Begehung vorliegt, besteht das hohe Risiko, dass es bei einer Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe kommt.
- Schmerzensgeld: Dazu haben Opfer einer sexuellen Nötigung einen Anspruch auf Schmerzensgeld. Die Höhe des Schmerzensgeldes beträgt in den meisten Fällen mehrere tausend Euro.
- Führungszeugnis: Eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung wird in das polizeiliche Führungszeugnis eingetragen. Entsprechend werden in der Zukunft alle Personen, die das Führungszeugnis sehen, von der Verurteilung Kenntnis erlangen.
- Beruf: Eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung kann Auswirkungen auf Ihren Beruf haben. Bei Personen, die einen zulassungsbedürftigen Beruf ausüben (z.B. Ärzte, Rechtsanwälte usw.), besteht das Risiko, dass die Berufszulassung entzogen wird. Beamte verlieren bei einer Verurteilung wegen sexueller Nötigung ihren Beamtenstatus.

