Schutzalter
Alter Beziehung legal Tabelle

Bei welchem Alter sind Beziehungen legal?

Profilbild von Tobias Escherich, Volljurist und Autor bei STARK STRAFRECHT
Tobias Escherich
Volljurist
Stand: 
6.4.2026

Das wichtigste in Kürze

  • Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften, ab welchem Alter eine Beziehung erlaubt ist.
  • Strafbar sind alleine sexuelle Handlungen.
  • Sexuelle Handlungen mit Kindern (unter 14 Jahren) sind immer strafbar, sexuelle Handlungen mit Jugendlichen (14-18 Jahre) nur ausnahmsweise (z.B. Ausnutzung einer Zwangslage oder sexuelle Handlungen gegen Entgelt).

Tabelle: Ab welchem Alter sind Beziehungen legal?

Es gibt keine gesetzlichen Einschränkungen für Beziehungen in Deutschland. Einschränkungen bestehen in Deutschland alleine für sexuelle Handlungen. Das bedeutet, dass einvernehmliche sexuelle Handlungen mit Personen unter 18 Jahren strafbar sein können. Bei solchen sexuellen Handlungen macht sich jeweils nur der Sexualpartner strafbar

Beispiel: Wenn ein 13-Jähriger und eine 15-Jährige miteinander Sex haben, macht sich die 15-Jährige strafbar, weil sie Sex mit einer Person unter 14 Jahren hat. Der 13-Jährige macht sich für die sexuellen Handlungen mit der 15-Jährigen nicht strafbar, weil er noch nicht strafmündig ist, sich also gar nicht strafbar machen kann.

In der folgenden Tabelle wird dargestellt, wann eine sexuelle Handlung mit einer Person unter 18 Jahren strafbar ist. Dabei kommt es zum einen auf das eigene Alter und zum anderen auf das Alter des Sexualpartners an.

Eigenes Alter
Unter 14 14–18 18–21 Über 21
Alter des Sexualpartners
UNTER 14 Straflos Strafbar
14–16 Strafbar:
Zwangslage,
Prostitution,
Vertrauensverhältnis
Strafbar:
Zwangslage, Prostitution,
Vertrauensverhältnis,
Fehlende Fähigkeit zur sex. Selbstbestimmung
16–18 Strafbar:
Zwangslage, Prostitution, Vertrauensverhältnis
ÜBER 18 Straflos
Tabelle: Ab welchem Alter sind Beziehungen legal?

Welche Folgen hat ein Verstoß gegen die Altersgrenzen?

Bei einer Verurteilung wegen sexueller Handlungen mit Jugendlichen oder Kindern droht eine Geldstrafe oder eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren. Bei sexuellen Handlungen unter Jugendlichen haben Gerichte allerdings die Möglichkeit, von einer Strafe abzusehen. Wenn es also zu sexuellen Handlungen zwischen einem 13-Jährigen und einer 15-Jährigen kommt, dann liegt zwar eine Straftat vor, es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass eine Verurteilung verhindert werden kann.

Die genaue Strafe hängt von den Umständen des Einzelfalls ab, beispielsweise werden sexuelle Handlungen mit Kindern (unter 14 Jahren) deutlich härter bestraft als sexuelle Handlungen mit Jugendlichen (zw. 14 und 18 Jahren). Im Rahmen der Strafzumessung wird auch berücksichtigt, wie schwer die Folgen der Tat sind, ob einschlägige Vorstrafen bestehen usw.

  • Gefängnisstrafen: Zu einer Gefängnisstrafe kommt es vorrangig in sehr schwerwiegenden Fällen. Wenn beispielsweise ein Lehrer sexuelle Handlungen an mehrere Schülerinnen unter 14 Jahren vornimmt, kommt es höchstwahrscheinlich zu einer Gefängnisstrafe.
  • Geldstrafe: Wenn Beschuldigte zu einer Geldstrafe verurteilt werden, liegt die Geldstrafe in den meisten Fällen im oberen vierstelligen Bereich (also mehrere tausend Euro). Die Höhe der Geldstrafe wird durch die Schwere der Schuld und das Einkommen des Täters bestimmt.
  • Beruf: Neben der unmittelbaren Strafe durch das Gericht hat eine Verurteilung auch weitere Konsequenzen. Bei einer Verurteilung zu mehr als einem Jahr Haft verlieren Beamte ihren Beamtenstatus. Bei zulassungsbedürftigen Berufen (z.B. Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern usw.) besteht die Möglichkeit, dass die Berufszulassung entzogen wird. Dazu wird die Verurteilung auch im Führungszeugnis eingetragen, sodass zukünftige Arbeitgeber von der Verurteilung erfahren werden.
  • Jugendstrafe: Wenn Jugendliche verurteilt werden, sind deutlich mildere Strafen vorgesehen. Im Jugendstrafrecht sind beispielsweise als Strafen auch die Sozialarbeit oder die Ermahnung vorgesehen, die deutlich milder sind als die Strafen im Erwachsenenstrafrecht.

Welche Handlungen werden von dem Schutz erfasst?

Als sexuelle Handlung werden nicht nur „klassische“ sexuelle Handlungen wie Geschlechtsverkehr angesehen, sondern auch alle anderen Handlungen, die unmittelbar der sexuellen Befriedigung von Menschen dienen. Als Maßstab für die Beurteilung, ob eine sexuelle Handlung vorliegt, gilt die Sicht eines objektive Beobachters. Es kommt also darauf an, ob die Handlung von außen den Eindruck erweckt, dass sie unmittelbar der Befriedigung von sexuellen Bedürfnissen dient. Deshalb wird zwischen neutralen Handlungen (nicht strafbar) und sexuellen Handlungen (strafbar) unterschieden:

  • Sexuelle Handlungen: Zu den sexuellen Handlungen gehören beispielsweise der Kuss auf den Mund, nicht fachgerechte Untersuchungshandlungen eines Gynäkologen, das Streicheln des Intimbereichs einer 13-Jährigen. 
  • Neutrale Handlungen: Eine neutrale Handlung liegt beispielsweise vor, wenn ein Frauenarzt eine fachgerechte Untersuchung durchführt oder ein Kleinkind ausgezogen und gewaschen wird. 

Für die Abgrenzung zwischen einer strafbaren und einer nicht strafbaren Handlung ist das Kriterium der Erheblichkeit relevant. Eine strafbare Handlung liegt nur vor, wenn nach Art, Intensität und Dauer der Handlung die Erheblichkeit vorliegt. Wenn beispielsweise ein Kind geküsst wird, stellt dies grundsätzlich eine sexuelle Handlung dar. Wenn allerdings nur ein kurzer Kuss auf die Wange erfolgt, fehlt die Erheblichkeit, sodass es sich um eine neutrale Handlung handelt.

Häufig gestellte Fragen

Ist es strafbar, wenn ein 22-Jähriger mit einer 14-Jährigen zusammen ist?
Wenn ein 22-Jähriger mit einer 14-Jährigen zusammen ist, kommt eine Strafbarkeit der Beziehung in Betracht, wenn der 22-jährige die fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung bei der 14-Jährigen ausnutzt.
Ist es strafbar, wenn ein 18-Jähriger mit einer 16-Jährigen zusammen ist?
Eine Beziehung zwischen einem 18-Jährigen und einer 16-Jährigen ist grundsätzlich legal. Eine Strafbarkeit kommt nur in Ausnahmefällen in Betracht, wenn z.B. ein Vertrauensverhältnis ausgenutzt wird.
Ist eine Beziehung zwischen einer 17-Jährigen und einem 35-Jährigen legal?
Eine Beziehung zwischen einem 35-Jährigen und einer 17-Jährigen ist grundsätzlich legal. Eine Strafbarkeit kommt nur in Ausnahmefällen in Betracht, wenn z.B. ein Vertrauensverhältnis ausgenutzt wird.
Welche Altersgrenzen gelten für Beziehungen in Deutschland?
Es gibt keine Altersgrenzen für Beziehungen in Deutschland. Das bedeutet konkret, dass Beziehungen grundsätzlich immer legal sind. Eine Strafbarkeit kommt nur bei sexuellen Handlungen in Betracht.
Welcher Altersunterschied ist zu groß?
Rechtlich gibt es keine Altersgrenzen, die als zu groß gelten. Beziehungen mit Personen unter 14 Jahren sind in den meisten Fällen strafbar. Dazu sind Beziehungen mit Personen unter 18 Jahren strafbar, wenn ein Vertrauensverhältnis oder eine Zwangslage ausgenutzt wird.